Praxislernen als durchgängiges Konzept der Beruflichen Orientierung

Peter Joseph Lenné Oberschule mit Grundschulteil Hoppegarten

Zielgruppe

 außerschulische Partner
 Regionale Unternehmen
 Schulleitung und Lehrkräfte
 sonstige: alle Interessierten und Öffentlichkeit

Jahrgangsstufe(n)

 Jahrgangsstufe 8

Zeitraum/Umfang

 im Block
 wöchentlich

Beteiligte innerschulisch

 BO-Koordination
 Fachbereich WAT
 Lehrkräfte
 Schulleitung

Beteiligte außerschulisch

 Betriebe
 Werkstätten

Ansprechpartner

Bild: Adobe Stock An der Peter Joseph Lenné Oberschule mit Grundschulteil in Hoppegarten ist Praxislernen seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil der Beruflichen Orientierung. Als Campus-Schule begleitet sie Kinder und Jugendliche von der 1. bis zur 10. Klasse und schafft frühzeitig Berührungspunkte mit der Arbeitswelt. Die Lage am Berliner Stadtrand mit einem nahegelegenen Gewerbegebiet und vielfältigen regionalen Unternehmen bietet dafür ideale Voraussetzungen. Praxislernen in Werkstätten und Praxislernen in Betrieben werden dabei nicht getrennt betrachtet, sondern als aufeinander aufbauende Bausteine eines gemeinsamen pädagogischen Konzepts verstanden.

Unterschiedliche Wege – ein gemeinsames Ziel 

Bereits in der Jahrgangsstufe 7 setzen sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Potenzialanalyse, der Kompetenzfeststellung und erster Betriebserkundungen mit ihren Stärken und beruflichen Interessen auseinander. In der Jahrgangsstufe 8 sammeln sie anschließend vielfältige Praxiserfahrungen: Während mehrere Klassen unterschiedliche Berufsfelder in Werkstätten kennenlernen, arbeitet eine Praxislernen-Klasse über das gesamte Schuljahr hinweg in regionalen Betrieben. Das Schuljahr ist dafür in drei Trimester gegliedert. Nach jedem Trimester wechseln die Jugendlichen den Betrieb und lernen unterschiedliche Berufsfelder kennen, vom Handwerk über soziale Einrichtungen bis hin zum Dienstleistungsbereich. Dadurch erhalten sie einen breiten Einblick in die Arbeitswelt und können ihre beruflichen Interessen gezielt weiterentwickeln. 

Lernaufgaben gemeinsam mit den Betrieben entwickeln 

Ein besonderes Qualitätsmerkmal des Praxislernens ist die enge Zusammenarbeit mit den Praxislernorten bei der Gestaltung der Lernaufgaben. Die Aufgaben orientieren sich nicht nur an den Rahmenlehrplänen verschiedener Fächer, sondern werden gemeinsam mit den Betrieben entwickelt und auf die jeweiligen Tätigkeiten abgestimmt. Im Verlauf des Schuljahres bringen die Unternehmen eigene betriebsspezifische Aufgaben ein, die gemeinsam mit der Schule fachlich abgestimmt werden. Dadurch erleben die Schülerinnen und Schüler unmittelbar, wie schulische Inhalte im Berufsalltag angewendet werden und welche Kompetenzen in unterschiedlichen Berufsfeldern gefragt sind. Der Praxislernhefter begleitet sie während der gesamten Praxisphase und verbindet die Erfahrungen im Betrieb mit der schulischen Vor- und Nachbereitung.  

Gemeinsam Verantwortung übernehmen 

Das Praxislernen-Team koordiniert die Zusammenarbeit mit den Betrieben, bereitet die Schülerinnen und Schüler umfassend auf ihre Praxiseinsätze vor und begleitet sie während des gesamten Prozesses. Vor jedem Trimester wählen die Jugendlichen ihren Wunschbetrieb aus den bestehenden Kooperationsunternehmen aus und führen dort ein erstes Vorstellungsgespräch. Während der Praxisphasen stehen die Lehrkräfte in engem Austausch mit den Betrieben, besuchen die Schülerinnen und Schüler regelmäßig und werten gemeinsam mit ihnen sowie den betrieblichen Betreuenden die Lernerfahrungen aus. Die kontinuierliche Zusammenarbeit schafft Vertrauen und sorgt für eine hohe Qualität der Praxisphasen.  

Lernerfolge sichtbar machen 

Die Ergebnisse des Praxislernens werden systematisch dokumentiert, reflektiert und präsentiert. Rückmeldegespräche, Feedbackbögen sowie die gemeinsame Auswertung der Lernaufgaben unterstützen die Schülerinnen und Schüler dabei, ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Gleichzeitig werden ihre Erfahrungen und Erfolge innerhalb der Schulgemeinschaft sichtbar gemacht. Dadurch erfahren sie Anerkennung für ihre Leistungen und gewinnen Sicherheit für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg.  

Warum dieses Praxislernen überzeugt 

Die Peter Joseph Lenné Oberschule zeigt, wie Praxislernen in Werkstätten und Betrieben zu einem gemeinsamen Gesamtkonzept der Beruflichen Orientierung zusammenwachsen kann. Die enge Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, die betriebsspezifische Entwicklung der Lernaufgaben sowie die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler bei der Auswahl ihrer Praxislernorte schaffen authentische Lerngelegenheiten. So erleben die Jugendlichen die Verbindung von Unterricht und Arbeitswelt unmittelbar, entwickeln ihre beruflichen Interessen weiter und gewinnen wichtige Kompetenzen für ihren erfolgreichen Übergang in Ausbildung und Beruf. 

Anerkennung guter Praxis

Die hohe Qualität und die konsequente Umsetzung des Praxislernens wurden 2026 offiziell gewürdigt: Die Peter Joseph Lenné Oberschule mit Grundschulteil erhielt die Praxislernen-Plakette für ihr vorbildliches Engagement in der Beruflichen Orientierung. Darüber hinaus stellt die Schule ihre Erfahrungen auch anderen Schulen zur Verfügung: Ausgewählte Lernaufgaben der Peter Joseph Lenné Oberschule sind in der Toolbox der Koordinierungsstelle Praxislernen veröffentlicht und können dort als Anregung für die Entwicklung eigener Praxislernangebote genutzt werden. So trägt die Schule aktiv zur Qualitätsentwicklung und zum fachlichen Austausch im Netzwerk bei.


Bild: Adobe Stock

 

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