Wie kann das Berufswahl-SIEGEL-Verfahren noch praxisnäher, transparenter und zukunftsorientierter gestaltet werden? Mit dieser Leitfrage beschäftigten sich in dieser Woche engagierte Schulen aus Brandenburg im Rahmen von zwei Entwicklungswerkstätten in Potsdam (03.06.2026) und Frankfurt (Oder) (04.06.2026). Im Mittelpunkt stand dabei ein klares Ziel: Die Weiterentwicklung des Verfahrens soll gemeinsam mit den Schulen gestaltet werden – auf Grundlage ihrer Erfahrungen, Ideen und Perspektiven aus der Praxis.
Austausch auf Augenhöhe
Bereits in den Vorstellungsrunden wurde deutlich: Für viele Schulen ist das Berufswahl-SIEGEL weit mehr als eine Auszeichnung. Es steht für Qualität in der Beruflichen Orientierung, schafft Sichtbarkeit nach außen und dient gleichzeitig als wichtiges Instrument der schulischen Weiterentwicklung.
Entsprechend groß war das Interesse, sich aktiv in den Entwicklungsprozess einzubringen. Die Werkstätten boten Raum für offenen Austausch, ehrliches Feedback und neue Impulse – schulformübergreifend und auf Augenhöhe.
Weiterentwicklung konkret gedacht
Im Fokus der gemeinsamen Arbeit standen insbesondere das Auditverfahren sowie das Rezertifizierungsverfahren. Nach einem Blick auf die Entwicklung des Berufswahl-SIEGELs und einer Einführung in das neue Bewerbungsverfahren arbeiteten die Teilnehmenden in verschiedenen Formaten weiter – zunächst in kurzen Austauschphasen, anschließend in vertiefenden Kleingruppen.
Zentrale Fragestellungen waren unter anderem:
- Welche Mehrwerte bietet ein verkürzter Bewerbungskatalog?
- Was gilt es bei der Einführung von Schwerpunktthemen zu beachten?
- Wie können Auditformate weiterentwickelt und praxisnah gestaltet werden?
Die Ergebnisse zeigten deutlich: Schulen wünschen sich mehr Flexibilität, Transparenz in den Abläufen sowie die Möglichkeit, ihre individuellen Stärken im Audit sichtbarer zu machen. Besonders die geplante Arbeit mit Schwerpunktthemen wurde als Chance gesehen, schulische Entwicklungsprozesse gezielter darzustellen.
Schülerinnen und Schüler stärker im Fokus
In den Diskussionen rückte zudem eine zentrale Perspektive noch stärker in den Vordergrund: die der Schülerinnen und Schüler.
Deutlich wurde – insbesondere in Frankfurt (Oder) – der Wunsch, sie nicht nur als Teilnehmende, sondern auch als aktive Mitgestaltende von Beruflicher Orientierung einzubeziehen – etwa durch Beteiligung an Entwicklungsprozessen, Formate von Schülerinnen für Schülerinnen sowie eine stärkere Würdigung ihres Engagements.
Wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung
Das Feedback der Teilnehmenden fiel insgesamt sehr positiv aus: Die Werkstätten wurden als gelungene Formate wahrgenommen, die einen intensiven Austausch ermöglichen und die Beteiligung der Schulen ernst nehmen. Gleichzeitig wurde auch der Wunsch nach Entlastung im Verfahren deutlich – ein Aspekt, der in die weiteren Entwicklungen einfließen wird.
Auch aus Sicht des Netzwerk Zukunft zeigen die Veranstaltungen eine klare Entwicklung: Das Interesse am Berufswahl-SIEGEL ist groß, und viele Schulen verstehen es als zentrales Profilmerkmal ihrer Arbeit in der Beruflichen Orientierung. Die zahlreichen praxisnahen Rückmeldungen liefern wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des Verfahrens.
„Die vielen praxisnahen Impulse aus den Schulen zeigen: Das Berufswahl‑SIEGEL ist lebendig und entwickelt sich gemeinsam mit den Schulen weiter.“
Tetiana Medvedieva
Gemeinsam weiterdenken
Die Ergebnisse beider Entwicklungswerkstätten werden nun zusammengeführt und fließen in die weitere Gestaltung des Berufswahl-SIEGEL-Verfahrens in Brandenburg ein. Ziel bleibt es, ein Verfahren zu gestalten, das qualitätsorientiert, anschlussfähig und gleichzeitig praxistauglich ist – und das von den Schulen selbst aktiv mitgetragen wird.
Wie geht es weiter?
Der Bewerbungsprozess für das Berufswahl‑SIEGEL wird aktuell grundlegend überarbeitet: Künftig sollen beispielsweise die bislang sehr umfangreichen und zeitintensiven Ausformulierungen der Schulen im Bewerbungsformular entfallen – was in den Entwicklungswerkstätten bereits auf viel Zuspruch traf. Über weitere Entwicklungen halten wir Sie hier auf unserer Website auf dem Laufenden.
Die Ergebnisse und Impulse aus den Entwicklungswerkstätten werden nun gebündelt und gezielt in die weitere Ausgestaltung des Verfahrens einbezogen. Ziel ist es, die Überarbeitung bis zum Herbst abzuschließen und im November in das neue Bewerbungsverfahren für das Berufswahl‑SIEGEL 2027 zu starten.
