Wie nachhaltige Kreislaufwirtschaft schon in der Schule gelebt werden kann, zeigt die Schülerfirma zur Biokohleproduktion in Oranienburg: Hier verbinden Schülerinnen und Schüler Umweltbildung, Unternehmergeist und Berufliche Orientierung auf innovative Weise und wurden dafür sogar ausgezeichnet.
Nachhaltigkeit trifft Unternehmergeist
Die Schülerfirma hat sich ein klares Ziel gesetzt: die Produktion von Bio- bzw. Pflanzenkohle. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler, wie aus natürlichen Rohstoffen ein hochwertiges Produkt entsteht, das sowohl ökologisch sinnvoll als auch marktfähig ist. Neben der Herstellung steht auch die Vermarktung im Fokus – ein zentraler Baustein der Beruflichen Orientierung.
Ausgangspunkt ist der auf dem Schulgelände vorhandene Kompost. Dieser wird mit der produzierten Biokohle vermischt, durch Brennnesseljauche aktiviert und zu Pflanzenkohle weiterverarbeitet. Das Endprodukt dient als Bodenverbesserer und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz als Kohlenstoffsenke.
Lernen im Kreislauf: Verzahnung mit anderen Projekten
Ein besonderer Mehrwert des Projekts liegt in seiner engen Verzahnung mit anderen Schülerfirmen und schulischen Aktivitäten der Jean-Clermont-Schule. Die produzierte Pflanzenkohle wird in der Schülerfirma Gartenbau eingesetzt, die wiederum Produkte für die Schülerfirma Pausenbrote herstellt.
Die dabei entstehenden Pflanzenreste fließen zurück in die Biokohleproduktion – ein geschlossener Kreislauf, der Nachhaltigkeit praktisch erfahrbar macht. So lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur wirtschaftliche Prozesse kennen, sondern auch ökologische Zusammenhänge und Ressourcenschonung.
Berufliche Orientierung praxisnah erleben

Damit wird berufliche Orientierung nicht theoretisch vermittelt, sondern handlungsorientiert und realitätsnah gestaltet.
Auszeichnung und Erfolgserlebnisse
Ein besonderes Highlight war die Teilnahme am Projekt „Die Schule der Löwen“ im Kreis Oberhavel, bei dem die Schülerfirma den ersten Platz belegte. Diese Auszeichnung bestätigt nicht nur die Qualität der Arbeit, sondern stärkt auch Motivation und Selbstbewusstsein der Beteiligten. MAZ-Bericht lesen
Herausforderungen meistern
Wie in jedem realen Unternehmen stehen auch die Schülerinnen und Schüler vor Herausforderungen. Eine zentrale Aufgabe ist die Budgetplanung, die ein verantwortungsvolles Wirtschaften erfordert. Gerade solche Herausforderungen machen den Lerneffekt besonders wertvoll, da sie echte unternehmerische Entscheidungen simulieren.
Fazit: Ein Modell für gelungene Praxis
Die Schülerfirma zeigt eindrucksvoll, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung und Berufliche Orientierung miteinander verknüpft werden können. Durch praxisnahes Arbeiten, projektübergreifende Zusammenarbeit und reale Erfolgserlebnisse entsteht ein Lernumfeld, das weit über den klassischen Unterricht hinausgeht – ein echtes Good-Practice-Beispiel für Schulen in Brandenburg.

