Premiere bei unserer Reihe der Good-Practice-Beispiele: Erstmals stellen wir ein Good-Practice-Beispiel zur Beruflichen Orientierung nicht aus Sicht einer Schule vor. Stattdessen rückt ein außerschulischer Partner in den Fokus. Im Mittelpunkt steht das Technologie- und Gründerzentrum Potsdam-Mittelmark (TGZ PM GmbH), das gemeinsam mit der Oberschule der Stadt Brück das Kooperationsprojekt „Fit für die Zukunft“ umsetzt.

Damit wird sichtbar, welche zentrale Rolle regionale Partner bei der Gestaltung praxisnaher Beruflicher Orientierung übernehmen können.
Im Zentrum der Projektwoche steht die enge Zusammenarbeit zwischen Schule, regionalen Unternehmen und weiteren Institutionen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern nicht nur Informationen zu Ausbildungs- und Berufsperspektiven zu vermitteln, sondern ihnen direkte Begegnungen und eigene Erfahrungen zu ermöglichen. So entsteht ein authentischer Einblick in die Anforderungen und Chancen der regionalen Arbeitswelt.
Die Projektwoche, die vom “Schule & Wirtschaftsforum PM” des TGZ organisiert wird, erstreckt sich über vier Unterrichtstage und wird über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten intensiv vorbereitet. Beteiligt sind neben der Schulleitung und Lehrkräften zahlreiche externe Partner – darunter Unternehmen, die Industrie- und Handelskammer, die Agentur für Arbeit sowie weitere Institutionen und Coaches.
So läuft die Projektwoche ab
Ein zentraler Baustein ist das Speed-Dating mit zehn regionalen Unternehmen. Innerhalb kurzer Gesprächsrunden kommen die Schülerinnen und Schüler direkt mit Geschäftsführenden, Mitarbeitenden und Auszubildenden ins Gespräch. Sie erhalten Einblicke in verschiedene Berufsbilder, können ihre Fragen direkt stellen und Praktikumsmöglichkeiten ausloten. Grundlage dafür ist ein zuvor erarbeiteter Fragenkatalog. Die beteiligten Unternehmen werden bewusst aus unterschiedlichen Branchen ausgewählt, um ein möglichst breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten abzudecken. Zum Abschluss verfassen die Schülerinnen und Schüler Briefe an die Unternehmen, um ihr Feedback mitzuteilen und sich für die Teilnahme am Speed-Dating zu bedanken.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bewerbungsprozess – von A wie Abschluss bis Z wie Zusage. In verschiedenen Modulen setzen sich die Schülerinnen und Schüler in Gruppen intensiv mit den Anforderungen auseinander – von der Erstellung von Bewerbungsunterlagen über das Üben von Vorstellungsgesprächen bis hin zur eigenen Wirkung im Gespräch. Ergänzt wird das Angebot durch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Zusätzlich haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, professionelle Bewerbungsfotos erstellen zu lassen.
Ergänzend dazu besuchen die Schülerinnen und Schüler Unternehmen aus ihrem regionalen Umfeld. Die Auswahl orientiert sich an ihren Interessen und Berufswünschen. Vor Ort erhalten sie Einblicke in Arbeitsabläufe, Tätigkeitsfelder und Anforderungen und lernen den beruflichen Alltag unmittelbar kennen.
Herausforderungen
Die Durchführung der Projektwoche erfordert eine langfristige und abgestimmte Planung. Insbesondere die Koordination der zahlreichen außerschulischen Partner sowie die organisatorische Umsetzung der einzelnen Bausteine stellen hohe Anforderungen an alle Beteiligten.
Auch die Finanzierung ist ein wichtiger Faktor. An der Oberschule Brück wird die Projektwoche im Rahmen der Förderung „Praxisnahe Berufsorientierung“ (PraxisBO) realisiert. Gleichzeitig ist eine ressourcenbewusste Planung notwendig, um das Angebot nachhaltig umzusetzen.
Zudem braucht es pädagogisches Feingefühl, um allen Schülerinnen und Schülern einen motivierenden und erfolgreichen Zugang zur Beruflichen Orientierung zu ermöglichen.
Positive Erfahrungen
Die Schülerinnen und Schüler sammeln während der Projektwoche wichtige praktische Erfahrungen für ihre berufliche Zukunft. Durch den direkten Kontakt mit Unternehmen gewinnen sie authentische Einblicke in verschiedene Ausbildungsberufe und lernen die Anforderungen der Arbeitswelt kennen. Gleichzeitig stärken sie ihre sozialen Kompetenzen, ihr Selbstbewusstsein und ihre Fähigkeiten im Bewerbungsprozess.
Auch die Schule profitiert: Die Berufliche Orientierung wird praxisnäher gestaltet und die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern weiter ausgebaut. Lehrkräfte erleben ihre Schülerinnen und Schüler häufig motivierter und zielgerichteter im Hinblick auf ihre berufliche Zukunft.
Für die beteiligten Unternehmen bietet das Projekt die Möglichkeit, frühzeitig mit potenziellen Auszubildenden in Kontakt zu treten und ihre Ausbildungsangebote vorzustellen. Gleichzeitig erhalten sie Einblicke in die Interessen und Erwartungen der Jugendlichen. Die Beteiligung stärkt zudem die regionale Vernetzung und das gemeinsame Engagement für den Fachkräftenachwuchs.
Was zum Gelingen beiträgt
Die erfolgreiche Umsetzung der Projektwoche basiert auf einer vertrauensvollen und verlässlichen Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Klare Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auf Seiten der Schule und des Projektpartners sichern eine gute Kommunikation und Organisation.
Darüber hinaus ist ein starkes regionales Netzwerk entscheidend. Erst durch das Zusammenspiel von Unternehmen, Bildungsträgern, Kommunen und Gemeinden, Institutionen und weiteren Partnern wird ein solch umfassendes Angebot möglich. Die Projektwoche „Fit für die Zukunft“ zeigt, wie wirkungsvoll Berufliche Orientierung sein kann, wenn Schule und Region gemeinsam handeln.
